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Leistungsspektrum Pneumologie und Schlafmedizin

Die Pneumologie beschäftigt sich mit der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Atmungsorgane. Als häufigste Krankheitsbilder sind die Lungenentzündung, die chronische Bronchitis und die Tumoren von Lunge und Bronchien zu nennen. Auch die Intensiv- und Beatmungsmedizin weist enge Überschneidungen mit der Pneumologie auf. Im Gegensatz zu Herz-Kreislauferkrankungen und vielen anderen Tumorerkrankungen steigt die Zahl der chronischen Lungenerkrankungen und der pneumologischen Tumoren. Auch schlafbezogene Atemstörungen können im Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr durch das interne Schlaflabor diagnostiziert und therapiert werden.

Lungenentzündung - die weltweit die häufigste Infektionskrankheit

Die Pneumonie, wie die Lungenentzündung auch genannt wird, führt in Deutschland häufiger zur stationären Krankenhausbehandlung als der Herzinfarkt oder der Schlaganfall. Gerade bei älteren und vorerkrankten Patienten ist die Pneumonie bei verzögerter oder unzureichender Therapie eine lebensbedrohliche Erkrankung. An der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und ihren Unterformen  sind  in Deutschland schätzungsweise drei bis fünf Millionen Menschen erkrankt. Von den 10 häufigsten Todesursachen in der BRD ist die COPD die einzige, deren Häufigkeit steigt. Das Beschwerdebild reicht von chronischem Husten mit und ohne Auswurf über Luftnot bei Belastung bis hin zu Patienten, die aufgrund von schwerster Luftnot in Ruhe neben der medikamentösen Behandlung auf eine Sauerstofftherapie oder sogar auf eine häusliche Beatmungstherapie angewiesen sind.

Jede vierte bösartige Kreberkrankung ist Lungenkrebs

Der Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) macht ein Viertel aller bösartigen Tumorerkrankungen aus und führt zu mehr Todesfällen als Brustkrebs, Prostatakrebs und Dickdarmkrebs zusammen. Aufgrund der meist erst im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf auftretenden Symptome ist die Heilungsrate trotz aller Fortschritte in Diagnostik und Therapie weiterhin schlecht. Die Fünf-Jahre-Überlebensrate liegt weiterhin unter 10 Prozent.

Nutzen und Risiken der Beatmungstherapie

In der Intensivmedizin ist die Beatmungstherapie ein zentraler Punkt. Diese ist entweder primär aus Gründen notwendig, die im Bereich der Atmungsorgane liegen, aber auch aufgrund von anderen Erkrankungen, die unmittelbar Auswirkungen auf die Atmungsorgane haben (z. B. Lungenödem als Folgen eines Herzinfarkts). So lebensnotwendig eine künstliche Beatmung auf der Intensivstation vielfach ist, diese Therapie kann wiederum zu Komplikationen und Schäden im Bereich der Atmungsorgane führen (respiratorassoziierte Pneumonie, Schädigung des Lungengewebes durch notwendige hohe Beatmungsdrücke oder hohe Sauerstoffkonzentrationen). Diese Abwägung von Nutzen und Risiken einer intensivmedizinischen Therapie erfordert pneumologischen Sachverstand in enger Zusammenarbeit mit den anderen Fachdisziplinen (Nephrologie, Kardiologie, Anästhesie, Chirurgie).

Weniger Komplikationen durch Beatmungsmaske statt Tubus

Die nichtinvasive Beatmung (NIV) funktioniert über eine Maske statt über einen Beatmungsschlauch in der Luftröhre (Tubus). Sie kann vielfach die komplikationsträchtige invasive Beatmung, die mit der Notwendigkeit einhergeht, den Patienten in ein künstliches Koma zu legen, verhindern oder verkürzen. Diese Methode wird im St. Marien-Hospital regelmäßig durchgeführt und auch durch Unterstützung neuerer Geräte erweitert.

Contilia Gruppe | Schlaflabor am St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr

Schlafstörungen verursachen ebenfalls häufig Beschwerden und Folgeerkrankungen.

Schlafstörungen können als Folge von verschiedenen Erkrankungen oder als Medikamentennebenwirkungen auftreten, oft sind schlafbezogene Atemstörungen eine Ursache. Diese häufige Erkrankungsform (Schätzungen gehen von bis zu einer Million Patienten in Deutschland aus) ist meist gut therapierbar.

Im Schlaflabor am St. Marien-Hospital ist eine umfassende Differentialdiagnostik von Schlafstörungen möglich. Die Analyse der Schlafstruktur durch unsere schlafmedizinischen Experten ist Grundlage einer gezielten, individuell abgestimmten Therapie. Es ist von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zertifiziert und ermöglicht eine komplette Untersuchung des Schlafablaufes.

Hier stehen vier Polysomnographien (Schlaflabormessplätze) zur Verfügung, zwei davon für stationäre Patienten, zwei werden ambulant von den niedergelassenen Kollegen Dr. Schulz und Dr. v. Buttlar betreut. Daneben gibt es zwei Polygraphien (Screeninggeräte) für den Einsatz auf den Stationen am Krankenbett.


Übersicht über die diagnostischen und therapeutischen Methoden

  • Bodyplethysmographie mit Diffusionsmessung (Große Lungenfunktion)
  • Thoraxsonographie (Ultraschall des Brustkorbs)
  • Bronchoskopie einschließlich transbronchiale und durchleuchtungsgestützten periphere Biopsien
  • bronchoalveoläre Lavage (Lungenspiegelung) 
  • Rhinoskopie (Spiegelung von Nasenmuscheln und Nasenseptum)
  • Pleurapunktion (Punktion von Flüssigkeitsansammlungen der Brusthöhle)
  • Thoraxdrainagen (Ableitung von Flüssigkeitsansammlungen der Brusthöhle durch Katheter unterschiedlicher Größe
  • Verordnung von Sauerstofflangzeit oder Einleitung häuslicher Beatmungstherapien
  • Überwachung im Schlaflabor mit 2 Polysomnographien und 2 Polygraphie (2 Schlaflabormessplätze, 2 Screeninggeräte)